Barefoot - baumlos

Freiheit genießen - das wünschen sich viele Reiter. Aber auch die Pferde träumen von größtmöglicher Bewegungsfreiheit. Aus diesem Grund hat die Firma Barefoot vor vielen Jahren baumlose Sättel entwickelt, die genau diese Freiheit für Mensch und Tier bieten.

Die Sättel sind in allen Dimensionen und Richtungen flexibel und können sich so optimal mit dem Pferd mitbewegen und -wachsen.

 

Barefoot stellt baumlose Sättel für die verschiedensten Einsatzzwecke her: Dressurreiten, Vielseitigkeit, Western, Therapiereiten, Wanderreiten etc.

Der Vorteil eines baumlosen Sattels ist, dass er sich individuell auf jedes Pferd anpasst. Dafür braucht es eine gewisse Zeit (ca. 30 Reitstunden). Sie müssen sich diese Sättel wie einen guten Wanderschuh vorstellen: Einmal eingelaufen, fühlen Sie sich an wie eine zweite Haut. Sie werden mit jedem Mal Reiten merken, dass Sie immer näher an das Pferd herankommen, die Hilfen und Bewegungen deutlicher ankommen und der Sattel stabil und sicher liegt. Ein einmal eingesessener Sattel kann sich an Veränderungen des Pferdes anpassen (bzw. anpassen lassen - das ist auch hier von Zeit zu Zeit nötig). Der Druck wird nicht wie bei einem Wanderschuh einseitig ausgeübt, sondern stößt auf Gegendruck (Pferd), so dass die Sättel sich nicht partiell verziehen oder "ausleiern". Der Vergleich mit dem Schuh hinkt also ein wenig ;-)

Beobachten Sie einmal, wie stark sich die Rückenlinie des Pferdes verändert, wenn es den Kopf oben trägt, grast oder in Dehnungshaltung läuft. Möchten Sie darauf einen starren Baum legen? Sie können auch mal bei sich selber fühlen, wie stark der Rücken in der Bewegung schwingt. Legen Sie dafür jeweils die Fingerspitzen Ihrer Hände rechts und links der Wirbelsäule und bewegen Sie sich ein paar Schritte. Diesen Bewegungen kann ein flexibler Sattel folgen.

Baumlos heißt in diesem Fall aber nicht ohne Druckverteilung: Durch den geschickten Aufbau und die verwendeten Materialien wird das Gewicht bzw. der Druck von der Bügelaufhängung und der Gurtung über einen großen Teil des Sattels verteilt. Machen Sie den Test: Stellen Sie sich in die Bügel und fühlenzwischen Unterlage und Pferd, wo wie viel Druck ankommt. So kann mit diesen Sätteln auch regulär leichtgetrabt werden. Aber wie bei allen Sätteln gilt: Man sollte sich nicht mit seiner ganzen Kraft aus dem Bügel stemmen, sondern der Bewegung des Pferdes folgen. Dies schont Pferd, Reiter und Material.

 

Ein Barefoot Sattel darf über die Sattellage des Pferdes hinaus gehen. Dies liegt zum einen daran, dass sie kein herkömmliches Kopfeisen haben und die Schulter so unter dem Wechselzwiesel/Fork hindurchgleiten kann. Außerdem kommt im letzten Teil des Sattels kein Druck mehr an, man kann den Sattel dort anheben. Er liegt in diesem Bereich nur noch an, was optisch die Auflagefläche vergrößert, aber auch den Druck sanft auslaufen lässt (keine bohrenden Sattelkissen!). Auch dieses können Sie bei einer Sattelprobe gerne selber erfühlen. Wichtig ist aber (und das wird manchmal vergessen): Auch bei einem Barefoot darf kein Druck im Lendenbereich ankommen - denn "das letzte Stück ohne Druck" ist auch irgendwann zu Ende. Zur Beantwortung dieser Frage dient u.a. die Sattelprobe.

 

Bitte wählen Sie einen Barefoot niemals zu klein in der Hoffnung, dass der Sattel so insgesamt kürzer ist und besser auf Ihr (kurzes) Pferd passt! Wie bei allen Sätteln (und das wird leider immer wieder missachtet) treten dann vorne und hinten Druckspitzen auf. Dort, wo bei einer größeren Sitzgröße schon kein Druck mehr herrscht, kommt es bei zu kleinen Sätteln zu Druckspitzen.

 

 

Sättel, die vor 2008 produziert wurden, verfügen noch nicht über das VPS-System und man sollte sich fragen, ob man diesen Sattel weiterhin nutzen möchte.

 

Barefoot ist nicht nur ein Sattel, sondern ein ganzes System. Als baumloser Sattel darf er nicht ohne gepolsterte Unterlage verwendet werden, da er keine ausreichende Wirbelsäulenfreiheit herstellen kann. Diese gibt es in verschiedenen Farben (nein, nicht nur schwarz und braun!), Formen (auch in Schabrackenform) und Materialien von unterschiedlichen Firmen. In manchen Fällen ist es auch möglich, dass Sie Ihre bisherigen Sattelunterlagen weiterverwenden können und nur ein polsterbares Pad benötigen, welches von der Funktion und Form her passt. Ich berate Sie dazu gerne.

 

Eine weitere Anpassung erfolgt über den Wechselzwiesel/Fork, der aber auch durch eine weiche Polsterung ausgetauscht werden kann. So erhält man ein vollflexibles System ohne starres Element, was zu Druckstellen oder Atrophien führen kann. So können Barefoot’s auf sehr viele Pferde angepasst werden und das immer wieder neu. Trainings- oder fütterungsbedingte Veränderungen sind kein Problem mehr. Aber wie bei jedem anderen Sattel gilt auch hier: Auf manchen Pferden funktioniert das System nicht. Baumlos heißt nicht "immer passend". Eine vernünftige und fachgerechte Anpassung ist auch hier unabdingbar.

 

Preisspanne: ca. 399 - 1.190 €